Lisa Schneider in Valencia

Abenteuer Valencia: Warum wir als Familie in Spanien unser Glück fanden

🇪🇸 Hamburg → Valencia Ausgewandert 2022

"Vom hektischen Hamburg ins sonnige Valencia: Lisa Schneider erzählt, wie sie mit ihrem Mann und zwei Kindern den Sprung nach Spanien wagte, wie die Kinder die Sprache lernten und warum Lebensqualität mehr wert ist als ein hohes Gehalt."

— Lisa Schneider, 36 Jahre

„Mama, ich will nicht weg von meinen Freunden!” Das waren die Worte unserer 8-jährigen Emma, als wir ihr erzählten, dass wir nach Spanien ziehen würden. Mein Herz krampfte sich zusammen. Hatten wir das Recht, das Leben unserer Kinder so radikal zu ändern? Thomas und ich hatten lange gegrübelt. Wir arbeiteten beide viel, Hamburg war teuer, grau und wir fühlten uns wie im Hamsterrad. Die Möglichkeit, komplett remote zu arbeiten, war der finale Anstoß. Wir wollten mehr Zeit als Familie, mehr Sonne und ein einfacheres Leben.

Warum Valencia?

Valencia ist die perfekte Mischung. Es ist eine Großstadt mit Strand, unglaublich kinderfreundlich, sicher und preislich deutlich attraktiver als Barcelona oder Madrid. Im Vergleich zu Hamburg sparen wir bei der Miete etwa 30%, obwohl wir jetzt einen Gemeinschaftspool und viel mehr Platz haben. Die Lebensmittel sind frischer, das Licht ist heller und die Menschen… sie lächeln einfach mehr.

Schule und Integration

Das war unsere größte Sorge. Wir entschieden uns gegen eine internationale Schule und für eine lokale „Colegio Público”. Warum? Wir wollten, dass Emma und Max (5) wirklich in die Kultur eintauchen. Die ersten drei Monate waren hart. Emma weinte manchmal, weil sie nichts verstand. Aber die Spanier sind fantastisch mit Kindern. Die Lehrer waren geduldig, und es gab extra Spanisch-Förderstunden.

Nach sechs Monaten passierte das Wunder: Max fing an, beim Spielen auf Spanisch zu murmeln. Heute, zwei Jahre später, sind beide zweisprachig. Sie haben spanische Freunde, gehen zu Geburtstagsfeiern, die erst um 17 Uhr anfangen und bis spät in die Nacht dauern. Die Kinder haben sich viel schneller angepasst als wir.

Kosten und Lifestyle

In Valencia findet das Leben auf der Straße statt. In Hamburg haben wir uns oft in Wohnungen verabredet, hier trifft man sich im Park (dem Turia, einem trockengelegten Flussbett, das die Stadt durchzieht) oder am Strand. Die „Gastronomie” ist bezahlbar. Ein „Menu del Día” (Mittagsmenü mit drei Gängen) kostet hier zwischen 12 und 15 Euro.

Die Kehrseite: Die Gehälter in Spanien sind niedrig. Wenn du nicht, wie wir, für ein deutsches Unternehmen arbeitest, musst du dich auf deutlich weniger Geld einstellen. Die Bürokratie ist auch hier ein Thema – das Wort „Empadronamiento” (Anmeldung im Rathaus) wird dein ständiger Begleiter sein. Man braucht Geduld und am besten einen „Gestor” (einen Dienstleister, der Steuer- und Behördengänge erledigt).

Tipps für Familien

  1. Lerne die Sprache vorab: Zumindest die Basics. Es öffnet Türen zu den Herzen der Nachbarn.
  2. Sei bereit für neue Zeiten: In Spanien isst man spät, geht spät ins Bett. Unsere Kinder sind jetzt auch „Nachteulen”, aber das passt zum Rhythmus der Stadt.
  3. Wähle das Viertel weise: Wir wohnen in Ruzafa, es ist hip und zentral, aber manchmal laut. Für Familien ist Benimaclet oder die Gegend um die Ciudad de las Artes y las Ciencias oft entspannter.

Wir würden den Schritt jederzeit wieder gehen. Wir haben weniger „Zeug”, aber mehr Erlebnisse. Spanien hat uns gelehrt, dass man nicht für die Arbeit lebt, sondern arbeitet, um zu leben.

Veröffentlicht am 3. Januar 2026