Gesundheitssysteme im Vergleich: Wo werden Sie am besten versorgt?
Vergleich der Gesundheitssysteme in Spanien, Portugal, Frankreich, Österreich, Italien und Griechenland. Mit Ratings für Qualität, Kosten und Expat-Freundlichkeit.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- ✓ Frankreich und Österreich belegen Spitzenplätze in der Versorgungsqualität.
- ✓ In Südeuropa ist eine private Zusatzversicherung fast obligatorisch für Expat-Komfort.
- ✓ Deutschsprachige Ärzte finden sich vor allem in den Küstenregionen und Großstädten.
Einer der größten Ängste beim Auswandern ist die Frage: “Was passiert, wenn ich krank werde?” Deutschland hat eines der teuersten und umfassendsten Gesundheitssysteme der Welt. Ein Wechsel in ein anderes EU-Land kann hier ein Kulturschock sein – positiv wie negativ.
Die Ratings im Überblick
| Land | Qualität | Erreichbarkeit | Kosten (für Expats) | Expat-Freundlichkeit |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Frankreich | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Spanien | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |
| Italien | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Portugal | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |
| Griechenland | ⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
Frankreich & Österreich: Die Goldstandards
Wenn Sie chronisch krank sind oder Wert auf modernste Technik legen, sind diese beiden Nachbarn unschlagbar. Das französische System (“Sécurité Sociale”) gilt als eines der besten weltweit. Man hat freie Arztwahl, muss aber oft einen kleinen Teil (Ticket modérateur) selbst zahlen oder über eine Zusatzversicherung (Mutuelle) abdecken.
Spanien & Italien: Das Zweiklassen-System
In Spanien ist das staatliche System (“Seguridad Social”) medizinisch exzellent, aber bürokratisch überlastet.
- Staatlich: Kostenlos, aber oft Monate Wartezeit auf Fachärzte. Keine freie Arztwahl (Zuweisung zu einem Centro de Salud).
- Privat: Für 60 - 150 € im Monat erhalten Sie Zugang zu Privatkliniken, in denen Termine oft innerhalb von 48 Stunden möglich sind und viele Ärzte Englisch sprechen.
Portugal & Griechenland: Geduld erforderlich
In diesen Ländern ist die Diskrepanz zwischen öffentlicher und privater Versorgung am größten. Wer nur das staatliche System nutzt, muss mit sehr langen Wartezeiten und teils veralteten Einrichtungen rechnen. In den privaten Krankenhäusern (z.B. CUF in Portugal) ist das Niveau hingegen auf Augenhöhe mit deutschen Privatkliniken.
Wichtige Aspekte für Auswanderer
Deutsch- und englischsprachige Ärzte
In der Algarve (Portugal), an der Costa del Sol (Spanien) oder auf Kreta gibt es zahlreiche deutsche Ärzte, die sich auf Residenten spezialisiert haben. Im Hinterland oder in kleineren Städten Frankreichs oder Italiens müssen Sie jedoch zwingend die Landessprache beherrschen oder einen Übersetzer mitnehmen.
Medikamente und Apotheken
In Spanien und Griechenland sind viele Medikamente deutlich günstiger als in Deutschland und oft auch ohne strenges Rezept (für Standardmittel) erhältlich. In Frankreich ist die Apothekenabdeckung hervorragend.
Notfallversorgung
Die Notaufnahmen (Urgencias/Pronto Soccorso) in Südeuropa sind oft sehr voll. Triage-Systeme bedeuten, dass man mit nicht lebensbedrohlichen Beschwerden durchaus 6 - 10 Stunden warten kann.
Fazit & Empfehlung
- Beste Versorgung für Senioren: Österreich oder Frankreich. Hier ist der Übergang von Deutschland am schmerzlosesten.
- Beste Lösung für Südeuropa: Nutzen Sie das S1-Formular für die staatliche Basisabsicherung, schließen Sie aber unbedingt eine lokale private Zusatzversicherung ab. Diese kostet für einen 60-Jährigen oft weniger als 120 € im Monat und garantiert Ihnen den Zugang zu schnellen, modernen Privatärzten.
Hinweis
Alle Angaben basieren auf dem Stand von 3. Januar 2026. Kosten, Steuersätze und Regelungen können sich ändern. Bei konkreten Entscheidungen empfehlen wir, aktuelle Informationen einzuholen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.